Wir wollen mal DANKE sagen!

Als ich gestern Nacht mit steifem Nacken auf dem Sofa aufwachte und der Korb mit den einzelnen Socken, die ich sortieren wollte, auf den Fußboden fiel, dachte ich noch: Wir müssen unbedingt mal DANKE sagen. Jetzt also: Danke dafür, dass Ihr uns so offen und ehrlich vor der Kamera von dem Wahnsinn Eures Alltags erzählt. Denn wir von family unplugged sprechen nicht nur mit Euch Familien  – wir haben auch selber eine. Eine Familie mit kleinen Kindern, die ständig mit Triefnase und Fieber aus der Kita abgeholt werden müssen, mit Teenagern, die statt Hausaufgaben zu machen mit Handy und Kopfhörern auf dem Bett liegen und „chillen“, mit Schulkindern, die wir ab 6.30 im fünf Minuten-Rhytmus wecken müssen, die ihren Ranzen noch nicht gepackt haben und die das frisch geschmierte Frühstücksbrot auf dem Küchentisch liegen lassen.

Gefühlt ist keine Sekunde unseres Tages ungenutzt. Während der wöchentlichen Telefonkonferenz für unser Projekt legen wir schon mal die Sachen fürs Mittagessen raus, das wir danach in Windeseile kochen müssen, weil der Hort an diesem Tag wieder wegen Läusebefalls geschlossen ist. Beim Einkaufen sprechen wir mit den Kolleginnen und unserem Kollegen schnell den nächsten Film für die kommenden zwei Wochen ab und hetzen dann noch zum Kramladen um die Ecke, wo die Kindergeburtstagskiste von Malte steht und kaufen das Geschenk für die Wochenendeinladung unseres Sohnes. Die Wäschekörbe mit der sauberen Wäsche, die nur noch in den Schrank müsste, stapeln sich im Flur und hinter der Küchentür sind Altglas und Papier zu einem Berg herangewachsen, der kaum noch abzutragen scheint.

Ja, wir wollten das so. Nein, wir jammern nicht (nur manchmal ein bisschen …). Wir arbeiten alle vier unter eigentlich super Bedingungen an einem Projekt, das uns ganz viel bedeutet. Trotzdem ist es verdammt viel und dieser ganze Quatsch von Vereinbarkeit geht uns ab und an ziemlich auf den Senkel. Wer arbeitet muss trotzdem Wäsche waschen, Spülmaschine ausräumen, Hausaufgaben kontrollieren und Müll raustragen. Ganz ehrlich: In diesen Momenten ist es unglaublich beruhigend für uns zu erleben, dass es allen anderen ähnlich geht. Weil die Bedingungen eben so sind, wie sie sind. Darum  wollen wir ja Familien eine Stimme verleihen, darum haben wir das Anliegen mit unserem Projekt, diese Bedingungen für alle zu verbessern – aber ganz ehrlich: ein kleines bisschen therapieren wir uns damit auch selber. Darum hier an dieser Stelle noch einmal danke, danke, danke für Eure Geschichten. So, und  jetzt muss ich Socken sortieren.

 

 

Teilen