Wenn Vorlesen Spaß macht

Wir haben ja drei Kinder. Der Abstand zwischen den beiden Großen und der Kleinen beträgt 5 Jahre. Die Gemeinsamkeiten halten sich da – bei aller Liebe – in Grenzen.

Und doch: bei manchen Vorlese-Büchern, schlendern die Großen gaaaanz zufällig herbei und setzen sich daneben. Und innerhalb von drei Sekunden, lachen sie mit oder deuten auf etwas oder es entfährt ihnen ein verzücktes „süüüß!“ – aus Versehen natürlich.

Zu diesen seltenen Büchern gehören – um es kurz zu sagen: ALLE Bücher von Ulf Nilsson und Eva Eriksson, die hierzulande im  Moritz Verlag erscheinen.

Ulf Nilsson, schwedischer Autor Jahrgang 1948, hat die Gabe, seine kleinen Helden mit wenigen Worten so zum Leben zu erwecken, dass man sie sofort bis ins Innerste erkennt und liebt.

Und Eva Eriksson, ebenfalls Schwedin und ähnlicher Jahrgang, versteht sich auf die Kunst, diesen Figuren mit ebenso wenigen Pinselstrichen unvergessliche Gesichter und entzückende Gesichtsausdrucke zu verleihen.

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In ihren gemeinsamen Büchern stimmt jedes Wort und jede Geste – kein Wunder also, dass ich mich immer drum reiße, sie vorzulesen; auch wenn ich nach elf Jahren des Vorlesens müde bin – jedenfalls des Vorlesens platter „Stories“ a la Connie und Konsorten.

Deshalb hier mein ganz persönlicher Tipp für alle Eltern, die sich etwas mehr Tiefgang und weniger Zeigefinger, mehr Herz und weniger „Konzept“ wünschen:

  „Die besten Beerdigungen der Welt.“

Für mich das beste Vorlese-Kinderbuch überhaupt! Eine zutiefst rührendes und trotzdem leichtes, lustiges Buch über den Tod mit hinreißenden Charakteren (einem hemdsärmeliges Mädchen, einem kleinen Poeten und einem nah am Wasser gebauten Mini). Am Ende dann ein ganz locker daherkommender Kniff, der den großen Unterschied zwischen Tod und Sterben in einem einzigen Satz aufleuchten lässt. Großes Gefühlskino, Lachtränen inklusive. Wo gibt’s das schon?

….zum Beispiel auch bei allen anderen Bücher der Beiden: wie zum Beispiel „Als Oma seltsam wurde“, „Der beste Sänger der Welt“oder „Als wir allein auf der Welt waren“.

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