Gründung einer Familie war für mich der Bruch in der Karriereleiter, den ich aber zu keiner Zeit bereut habe.

Stephan Faber ist verheiratet und hat 1 Tochter und 2 Söhne. Nach einer Lehre zum Bankkaufmann, ging er an die Universität zu Köln und studierte Musikwissenschaften, Afrikanistik und Philosophie. Während er noch von Feldforschung über die Gesänge Afrikas träumte, ereilte Ihn der Anruf eines Freundes, wodurch er letztlich verpflichtet wurde über 10 Jahre Musikfernsehen „Made in Germany“ mitzugestalten. Als einer der ersten in der hippen, kreativen VIVA Media AG gründete er eine Familie mit Frau und 3 Kindern.

Seit 2005 stellt Faber sein umfangreiches Wissen und Netzwerk als Selbstständiger Autor und Producer in die Dienste von Fernsehen und Internet – dabei entstanden u.a. Produktionen für die Musikzeitschrift „Jazzthing“, den Digitalkanal ZDF.kultur, das unabhängige Fußball Magazin „Bolzen“, die Musikfernsehikone „Ray Cokes“, den Künstler PETERLICHT und das europäische Festivalnetz „Green Events“.

„Die Gründung einer Familie war für mich der Bruch in der Karriereleiter, den ich aber zu keiner Zeit bereut habe. Die Familie war innerhalb der Medienwelt mein „wahres“ Leben, meine Erdung und meine Basis. Noch intensiver wurde diese Beziehung durch die Selbstständigkeit, die begleitet ist von vielen, täglichen Notwendigkeiten und einer hohen Flexibilität, die ich immer versuche zu Gunsten der Familie zu drehen.

Dabei musste ich immer wieder feststellen, dass diesem essentiellen Bestandteil einer Gesellschaft die Lobby fehlt, die andere oft zu Unrecht genießen. Da meine Frau als Lehrerin tätig ist, steht das Thema Kinder und Bildung fast täglich auf unserer Agenda.

Mein Vater verdiente in den 70zigern weniger Geld als meine Frau und ich jetzt zusammen. Und trotzdem konnte er mit uns jedes Jahr in Urlaub fahren, das Haus zügig abbezahlen, 2 Kindern eine akademische Ausbildung bezahlen und etwas auf die hohe Kante legen. Wir schaffen es auch, irgendwie, aber meine private Altersvorsorge pausiert derzeit und große Reparaturen an Haus oder Auto würden immer wieder den Haushaltsetat mächtig durcheinander schütteln. Und was passiert, wenn die ersten das Haus verlassen? Lieber nicht an morgen denken.

Man will nicht, dass einem der Arsch hinterhergetragen wird, aber ein bisschen Anerkennung dafür, dass man zum Schluss – wie in unserem Fall – 3 hochwertige Mitglieder in die Gesellschaft gibt, wäre schön. Manchmal glaubt man zu hören, in Anlehnung an PeterLicht: Gesellschaft ist toll, wenn nur all die Kinder nicht wären.

Im täglichen Kampf gegen „Grüne-Tisch-Politik“, hormonelle Schwankungen der Heranwachsenden, multimediales Störfeuer und „Wieso, Weshalb, Warum“ wünscht man sich ein Netzwerk von Gleichgesinnten, die Familie lieben und durchziehen. Dabei ist jede Geschichte auf dem Weg zur Familie immer wieder schwer und ähnlich in den aufkommenden Problemen, zugleich aber auch spannend und anders in den gefundenen Lösungen. Wichtig ist: Dies ist kein Leidensweg, sondern eine Glücksstraße!

Teilen