Sorgerecht bei unverheirateten Eltern – Hintergrundinfos zu Sascha und Diana

Unverheiratete Eltern

1995 wurden in Deutschland nur etwa 15 Prozent aller Kinder unehelich geboren. 2010 betrug ihr Anteil hingegen bereits rund ein Drittel – und die Tendenz ist seitdem unaufhörlich steigend.

Viele Eltern versäumen es in diesem Fall jedoch, das Sorgerecht zu klären. Geht die Beziehung auseinander oder stirbt ein Elternteil, kann es zu Problemen kommen, denn Paare ohne Trauschein gelten vor Gericht als Fremde – egal wie lange die Beziehung dauerte. Wurden zuvor keine verbindlichen Vereinbarungen getroffen, hatte bei solchen Verbindungen bislang die Mutter das alleinige Sorge- und damit auch Vetorecht.

Das Sorgerecht beinhaltet das Recht und die Pflicht, für ein minderjähriges Kind zu sorgen, angefangen von der Pflege und Erziehung bis hin zur Verwaltung der Vermögenswerte. Diese Sorge üben Eltern dann automatisch gemeinsam aus, wenn sie miteinander verheiratet sind.

Anders ist es bei unverheirateten Eltern: Hier liegt das Sorgerecht zunächst allein bei der Mutter. Wollen Mutter und Vater das ändern, müssen sie Sorgeerklärungen abgeben. Damit halten sie fest, dass sie das Sorgerecht gemeinsam ausüben wollen.

Dabei müssen sie nicht zwingend zusammenleben, sie können sogar mit dritten Personen verheiratet sein. Zu beachten ist, dass die Erklärungen nur persönlich abgeben werden können und öffentlich beurkundet werden müssen, etwa vom Jugendamt oder einem Notar.

So eine Erklärung kann sogar schon vor der Geburt des gemeinsamen Babys abgegeben werden – aber auch noch lange danach, denn Fristen gibt es nicht. Eltern können bis zur Volljährigkeit des Kindes eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben.

Wenn Eltern sich nicht sicher sind, ob sie eine gemeinsame Sorgeerklärung abgeben sollen, können sie sich vom Jugendamt beraten lassen. Der Abteilungsleiter für Beistand- und Amtsvormundschaft des Nürnberger Jugendamtes, Stefan Böhler, weiß, wann dies empfehlenswert ist: „Wir raten unverheirateten Paaren dann zu einem gemeinsamen Sorgerecht, wenn sie zusammen leben und das Kind auch gemeinsam erziehen wollen. Für die Väter bringt das die Sicherheit, dass sie bei wichtigen Themen wie grundlegenden Fragen der Gesundheitsvorsorge oder der Auswahl von Kindertagesstätte und Schule mitentscheiden dürfen.“ Und das auch nach einer möglichen Trennung. Denn die gemeinsame Sorgeerklärung kann nicht widerrufen werden – beenden kann sie nur ein Familiengericht. Sollte ein Elternteil sterben, übt der andere die Sorge allein aus. Einer gerichtlichen Entscheidung bedarf es dafür nicht.

Neuregelung zugunsten der Väter 2013

Dass unverheiratete Eltern für ihre Kinder ein gemeinsames Sorgerecht haben, ist seit der Reform des Kindschaftsrechts 1998 möglich. Seit damals unterscheidet der Gesetzgeber nicht mehr zwischen ehelichen und unehelichen Kindern.

Und seit dem 19. Mai 2013 haben Väter noch einmal mehr Rechte: Früher musste die Mutter der gemeinsamen Sorgeerklärung zustimmen – verweigerte sie dies, hatten unverheiratete Väter nach einer Trennung anders als geschiedene nur noch ein Umgangsrecht und  konnten sich an den wichtigen Entscheidungen über die Zukunft ihrer Kinder nicht beteiligen. Heute können Väter das geteilte Sorgerecht erzwingen. Auch ohne die Zustimmung der Mutter können Väter heute die Mitsorge beim Familiengericht beantragen und erhalten sie dann, wenn dabei dem Kindeswohl nichts entgegensteht.

http://www.familien-wegweiser.de/RedaktionBMFSFJ/redaktionFamilienwegweiser/PDF-Anlagen/unterschied-verheiratete-nichtverheiratete-eltern__NEU,property=pdf,bereich=wegweiser,sprache=de,rwb=true.pdf

http://www.sueddeutsche.de/leben/familien-ohne-trauschein-wo-unverheiratete-das-nachsehen-haben-1.2225946

 

Arbeiten im Schichtdienst

….ist – da beißt die Maus keinen Faden ab – gerade für Eltern unglaublich anstrengend und setzt eine große Flexibilität des Partners oder anderer helfender Hände voraus. Und ungesund ist es zudem wie folgendes Zitat einer Publikation des Statistischen Bundesamtes zeigt.

Auszug aus: Statistischen Bundesamt Publikationen: „Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme“

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Arbeitsmarkt/ArbeitsunfaelleGesundheitsprobleme_92014.html

„Eine mögliche „Doppelbelastung“ Erwerbstätiger in ver-schiedenen Berufen kann durch die Analysen der Zusatz-erhebung des Mikrozensus festgestellt werden: Berufe, die Erwerbstätige körperlich stark beanspruchen, sind häufig jene, in denen außerdem Nacht- oder Schichtdienste zu leisten sind. Erwerbstätige in diesen Berufen – zum Bei spiel Ärzte, Pflegepersonal, Speditionsmitarbeiter oder auch Schutz- und Sicherheitspersonal – müssen sich und ihren Körper immer wieder neu auf wechselnde Dienstzei-ten einstellen und ihren Rhythmus anpassen. Die bisherige Forschung hierzu ergab, dass diese Personen nicht selten an körperlichen sowie psychischen Problemen, wie Schlafstörungen, innerer Unruhe, Magenbeschwerden und vielem mehr, leiden.

Die Ergebnisse der Mikrozensus-Zusatzerhebung zeigen, dass insbesondere diese Personen häufig auch unter körperlichen Belastungen leiden.

Im Jahr 2013 gaben 5,7 Millionen Befragte an, in einem Schichtsystem zu arbeiten. Davon litt knapp die Hälfte (49,1%) an einer körperlichen Belastung, die zu fast einem Drittel (31,6 %) in Form einer schwierigen Körperhaltung und dem Umgang mit schweren Lasten auftrat. Erwerbstätige im Gesundheits- und Sozialbereich mit wechselnden Schichten nannten zu 58% körperliche Belastungen, ohne Schichtarbeit lag dieser Anteil bei lediglich einem Viertel (25,5%). Die Hauptursache der Belastungen waren die bereits genannten Faktoren. Es wird deutlich, dass körperlich belastende Tätigkeiten sehr häufig in jenen Berufen anzutreffen sind, welche auch ungewöhnliche Arbeitszeiten erfordern.“

Diana hat Glück, sie hat als Anästhesieschwester nicht allzu sehr unter körperlich schwerer Arbeit zu leiden, aber für viele alle anderen Berufe in Produktion, Krankenhaus, oder Altersheim gilt das nicht.

Siehe auch

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/Gesundheit/2009_08/PDF2009_08.pdf?__blob=publicationFile

http://www.welt.de/regionales/koeln/article125373914/Keine-Sonderrechte-fuer-Eltern-bei-Schichtarbeit.html

http://www.sueddeutsche.de/leben/job-und-erziehung-kinder-leiden-unter-schichtarbeit-der-eltern-1.1833372

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