Die ersten zehn Jahre mit Kindern habe ich an den Glauben vergeudet, dass ich, dass wir so eine Art Role Model sein könnten für die neue Familienpolitik

Lisa Ortgies ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie war nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule zunächst als freie Printjournalistin für verschiedene Zeitschriften tätig. Gleichzeitig begann sie als TV-Autorin und Moderatorin für das Kulturmagazin des NDR zu arbeiten und präsentierte kurze Zeit später die Sendung „frauTV“ im WDR.

Ab 2004 gehörte Ortgies als Kolumnistin zum Team der EMMA, 2008 wurde sie dort Chefredakteurin, kehrte aber nach kurzer Zeit zum WDR und „frauTV“ zurück. Im Laufe der Jahre hat Ortgies für den WDR sehr unterschiedliche Formate präsentiert, darunter Unterhaltungsformate wie „Hollymünd“, Sondersendungen zur „lit.cologne“ und das Personality-Format „Übernachtung und Frühstück“. Sie hat außerdem drei Bücher veröffentlicht, zuletzt 2009 „Heimspiel.  Plädoyer für die emanzipierte Familie“. Lisa Ortgies ist Beirats- und Gründungsmitglied des Vereins „ProQuote“ und engagiert sich als Botschafterin für die „Heroes Köln“. 2014 wurde ihr der Luise Büchner-Preis für Publizistik verliehen.

„Die ersten zehn Jahre mit Kindern habe ich an den Glauben vergeudet, dass ich, dass wir so eine Art Role Model sein könnten für die neue Familienpolitik: beide Eltern berufstätig, beide Kinder noch vor dem ersten Geburtstag in der Krippe, ein Kindermädchen und viele teure Urlaube, die die fehlende Nähe, die wenige Aufmerksamkeit und das verpasste Glück kompensieren sollten. Irgendwann waren wir gezwungen unser Lebensmodell in Frage zu stellen: Den täglichen Schweinsgalopp; die Fremdbetreuung; das „Doppelt verdienen“ (das ja eigentlich nicht „doppelt“,  sondern nur zweifach bedeutet. So wie es das neue Unterhaltsrecht gebietet.), das Leben im Takt des Outlook-Kalenders und das Geld, das vor allem dafür drauf geht, Lücken zu füllen, die durch fehlende Zeit entstehen. Wir haben nicht nur unsere Kinder, sondern auch uns als Paar gegenseitig ständig überfordert. Bis sich einige Probleme nicht mehr weg organisieren ließen.

In dieser Zeit habe ich mich oft sehr allein gefühlt, es hätte mir sehr geholfen, zu wissen, dass ich es nicht bin. Dass andere Mütter, andere Familien Ähnliches durchmachen.

Mit Family Unplugged möchte ich eine Anlaufstelle schaffen, einen Ort im Netz, wo Familien ihre Erfahrungen, ihre Ängste, ihren Frust lassen können. Wo sie gleichzeitig Impulse bekommen, was Liebe und Glück ausmacht, wo sie Kraft für den Alltag tanken können. Bei uns sollen alle Familien zu Wort kommen, über die die Politik immer nur in Zahlen und Schlagwörtern redet.

Und ich hoffe ganz persönlich, dass ich viel von diesen Familien lernen darf.“

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