Infokasten: Kinderreiche Familien

Kinderreichen Familien…

…wird nach Marens Erfahrung automatisch unterstellt, dass sie von Hartz IV leben. Dank ihrer guten Ausbildung und weil Maik Vollzeit arbeiten kann, kommen sie mit den fünf Kindern über die Runden. Aber weil im Zusammenhang mit kinderreichen Familien auch immer wieder das Kindergeld Thema wird, möchten wir daran erinnern: Beim Kindergeld handelt es sich nicht um eine Sozialleistung. Zwar wird es i. d. R. von den Familienkassen ausgezahlt, ist im Endeffekt aber eine steuerliche Ausgleichszahlung. Das Kindergeld soll das steuerliche Existenzminimum des Kindes freistellen und dient der Grundversorgung der in Deutschland lebenden Kinder vom Geburtsmonat an. Dabei entsteht der Anspruch automatisch, setzt aber einen schriftlichen Antrag voraus.

Tatsächlich wird Kinderreichtum in Deutschland sehr viel weniger unterstützt als in anderen Ländern. Aber abgesehen vom Kindergeld gibt es Zuzahlungen, die man wahrnehmen kann und sollte, wenn es knapp wird:

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag beträgt monatlich bis zu 140 Euro je Kind, ab dem 1. Juli 2016 wird er um einen Betrag von 20 Euro auf 160 Euro monatlich angehoben. Der Kinderzuschlag wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Hier ein Auszug aus den Bestimmungen des Bundesfamilienministeriums:

„Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Der Kinderzuschlag deckt zusammen mit dem Kindergeld in Höhe von monatlich 188 Euro (ab 2016: 190 Euro) den durchschnittlichen Bedarf von Kindern. Hinsichtlich des Wohnbedarfs ist das bei gegebener Einkommenshöhe zustehende Wohngeld zu berücksichtigen.

Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs ist der Kinderzuschlag in voller Höhe zu zahlen. Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnern, die in eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich grundsätzlich nach den für das ALG II maßgeblichen Bestimmungen.

Um einen Erwerbsanreiz zu bieten, wird Erwerbseinkommen der Eltern, das ihren eigenen Mindestbedarf überschreitet, im Ergebnis nur zu 50 Prozent angerechnet. Einkommen aus öffentlichen und privaten Transfers sowie Kapitaleinkünfte werden dagegen voll angerechnet, weil es insoweit eines Erwerbsanreizes nicht bedarf.

Kindeseinkommen ist immer als bedarfsmindernd in voller Höhe auf den Kinderzuschlag anzurechnen. Zum Kindeseinkommen zählen auch Unterhaltszahlungen und der dem Kind gezahlte Unterhaltsvorschuss.

Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung. Deshalb wird er folgerichtig im Bundeskindergeldgesetz verankert und von den Familienkassen ausgezahlt.

Weitere Details zum Kinderzuschlag und seiner Antragstellung finden sich im Serviceportal „Familien-Wegweiser“ des Bundesfamilienministeriums.“

 

Familie und Vereinbarkeit in der Medizin – ein Widerspruch in sich?

Bei einer Bewerbung am Krankenhaus ist Maren an den Vorurteilen gescheitert. Der damals vierfachen Mutter traute man nicht zu, voll einsatzfähig zu sein.

Gerade in Kliniken mit ihren Schichtdiensten geraten Mütter und Väter an den Rand des Machbaren. Bisher wird dem Problem vor allem bei Ärztinnen und Ärzten kaum Aufmerksamkeit gewidmet, aber die kritischen Stimmen werden mehr. Und so langsam wird das Thema Vereinbarkeit zu einem Wettbewerbsvorteil für Kliniken:

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/familie-und-beruf-zwischen-krippe-und-visite-1594100.html

Ein Blog von und für Ärzte und Ärztinnen, der auch das Thema Vereinbarkeit thematisiert:

http://ichbinarzt.de/kind-und-kittel-lasst-sich-eine-arztkarriere-auch-mit-familie-realisieren/

 

Ein Vater und Klinikarzt engagiert sich für bessere Vereinbarkeit. Weil er zu oft erlebt hat, wie Kolleginnen auf dem Abstellgleis gelandet sind, sobald sie erwähnt haben, dass sie schwanger sind…

http://www.zeit.de/2013/36/mediziner-forschung-patienten-familie-vereinbarkeit

Teilen