Infobox Steffen und Petra

Selbstständige Eltern

Steffen und Petra arbeiten heute als Selbstständige – mit allen dazugehörigen Risiken. Vor allem, weil sie nicht mehr bereit waren, sich in ihren Arbeitszeiten ausschließlich nach den Bedürfnissen und Ansprüchen ihrer Arbeitgeber zu richten.

Doch damit gehören sie nach wie vor einer Minderheit an, auch wenn man in den Medien den Eindruck gewinnt, es wimmele überall von Gründern. Fakt ist: Nur 1.8 % der deutschen Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren sind Gründer. Die Höhe des Bruttoeinkommens aus selbstständiger Tätigkeit in deutschen Haushalten betrug laut Statistischem Bundesamt 2013 durchschnittlich 264 Euro – demgegenüber stand das  Bruttoeinkommen pro Haushalt aus unselbstständiger Arbeit mit durchschnittlich 2.316 Euro.

Der Anteil der Frauen an der Gruppe der Gründerpersonen betrug laut statista.com zwar schon 2013 fast 50 Prozent, allerdings waren diese nur im Nebenerwerb selbstständig tätig, konnten also davon nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. So verdient auch Petra mit ihrer Selbstständigkeit als Marketenderin und Kochkursleiterin zum Lebensunterhalt der Familie lediglich dazu, ganz bewusst.

Steffen kann seine Familie inzwischen fast gänzlich von seinem Hausmeister- und Gartenservice ernähren. Doch das ist nicht die Norm. Für beide Geschlechter gilt, dass nur knapp 26 Prozent aller Erst-Gründer nach einem Jahr mit ihrem Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit ihren Lebensunterhalt decken können.

Dennoch hat sich inzwischen die  Wahrnehmung verbreitet, selbstständiges Arbeiten erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wer es selbst ausprobieren will, bekommt unter diesen Links Hilfe und Rat – zum Beispiel auch zum Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit.

www.fuer-gruneder.de, ein Blog mit interessanten Infos für Gründer

www.kfw.de Internetseite der Mittelstandsbank; hier wird auch auch über Möglichkeiten der Förderung durch den Europäischen Sozialfond informiert. Gleiches gilt für die Gründernetzwerke.

www.ihk.de, bei der Industrie- und Handelskammer erhält man auch Hilfe bei Businessplänen, die beispielsweise für einen Kredit aufgestellt werden müssen, außerdem werden spezielle und Gründer-Coachings angeboten.

www.arbeitsagentur.de, hier wäre der Gründungszuschuss des Bundes zu beantragen, der aber an bestimmte Vorraussetzungen geknüpft ist.

www.existenzgruender-jungunternehmer.de

www.axa.de, hier gibt es eine Studie namens „Innovation und Unternehmensgründungen in Deutschland und den USA“ von Oktober 2014.

Krippennutzung in Ost und West

Petra und Steffen haben ihre Tochter Chiara als Kleinkind in der Krippe betreuen lassen wie sie es aus ihrer eigenen Kindheit im Osten Deutschlands kannten. Allerdings lebten sie zu dem Zeitpunkt in Schleswig-Holstein, wo ein solches Angebot weit weniger ausgebaut war als in ihrer Heimat in der Lausitz.

Das hat sich inzwischen ebenso geändert wie die Inanspruchnahme des Angebotes, Kinder unter drei Jahren außerhalb von Zuhause betreuen zu lassen. Laut Statistischem Bundesamt werden inzwischen auch im Westen Deutschlands nach Inkrafttreten des Rechtsanspruches in einem Drittel der 325 westdeutschen Kreise und kreisfreien Städte mindestens 30 Prozent der Kinder unter drei Jahren in einer Tageseinrichtung oder einer öffentlich geförderten Tagespflege betreut. Insgesamt waren das deutschlandweit im März 2015 fast 700.000 Kinder.

Dennoch liegt die Betreuungsquote in Westdeutschland mit 27,4 % deutlich unter der Betreuungsquote in Ostdeutschland mit 52 Prozent. Im Osten Deutschland werden 50 Prozent aller einjährigen Kinder aushäusig betreut, im Westen ist diese Quote nur in Hamburg, Erlangen und Heidelberg derartig hoch.

Bei den 2-jährigen betrug die Betreuungsquote laut Statistischem Bundesamt im Osten Deutschlands fast 80 Prozent – während diese Quote im Westen nur in 9 von 325 Kreisen und kreisfreien Städten erreicht wird. Die vereinbarte wöchentliche Betreuungszeit in Gesamtdeutschland betrug im März 2014 für unter dreijährige Kinder durchschnittlich 38 Wochenstunden.

 

Väter in Elternzeit

Als Steffen noch Angestellter war, ist er für sein Kind in Elternzeit gegangen, sobald das möglich war. Damals war er eine Ausnahme. Schon 2013 betrug der Prozentsatz der Väter, die sich an der Elternzeit beteiligen, laut Statistischem Bundesamt aber bereits 32,3 Prozent. Allerdings entschieden sich fast 80 Prozent der Väter nur für eine zweimonatige Elternzeit.

 

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