Infobox Saskia & Sebastiano

Familienstand_ledig

Saskia und Sebastiano sind (bis jetzt nur verlobt und) nicht verheiratet und haben Kinder. Das entspricht einem Trend in der neuen deutschen Lebenswirklichkeit: Zwar dominiert noch immer das klassische Modell Ehepaar mit ein oder mehreren Kindern. Im Jahr 2013 waren laut statistischem Bundesamt in 70 Prozent der knapp 8,1 Millionen deutschen Familien die Eltern verheiratet.

Aber es findet ein deutlicher Wandel statt. Der Anteil der verheirateten Paare mit Kindern ist in den vergangenen 18 Jahren gesunken – 1996 machte ihr Anteil unter den Familien noch 81 Prozent aus. 2013 lebten in zehn Prozent der Familien die Eltern ohne Trauschein zusammen, 1996 waren es nur fünf Prozent. (In diese Gruppe fallen auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.)

 

Armutsrisiko_traditionelle Rollenverteilung

Die Arbeitsteilung bei Saskia und Sebastiano ist sozusagen deutscher Standard: Bei  75 Prozent der Paare mit Kindern ist er der Hauptverdiener und sie die Zuverdienerin.

Die beiden Berliner scheinen sich bei dieser Entscheidung einig gewesen zu sein, auch wenn Saskia Sebastiano im Interview daran erinnert,  dass er auch irgendwann einmal Elternzeit nehmen könnte….

Allerdings birgt dieses Lebensmodell für die Frau, insbesondere wenn sie nicht verheiratet ist, ein existentielles Risiko. Ein dringender Appell  für die gerechte Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit, und für einen Ehevertrag, von der Finanzexpertin Helma Sick:

http://www.fr-online.de/liebe/liebe-macht-blind-verliebt–versorgt–verarmt,30735670,30763920.html

 

Unfaire Arbeitsteilung?

Die Annahme, dass die Aufteilung der Hausarbeit auf beide Geschlechter in „aufgeklärten“ Akademikerhaushalten gerechter verläuft, ist hiermit widerlegt…:

„Die Frau will die Kontrolle“

Die Soziologin Cornelia Koppetsch über den Kampf der Geschlechter und die Erkenntnis, dass Gleichberechtigung spätestens an der Waschmaschine endet

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-139456014.html

Und ein Interview mit dem Soziologen Michael Meuser zu der Frage: Warum fallen Männer und Frauen in alte Rollen zurück, wenn das erste Kind geboren ist?

http://www.zeit.de/2014/23/gleichberechtigung-kindererziehung-rollenverteilung

 

Betreuung_Berlin

Was die Anzahl der Krippen und Kitas betrifft, ist Berlin vergleichsweise gut ausgestattet. Trotzdem: Der Kita-Rechtsanspruch hat die Bundesländer gezwungen, die Quantität der Kita-Plätze zu erhöhen, aber wie in anderen Ländern auch entspricht die Qualität bei weitem nicht den Empfehlungen von Experten.

http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/presse-startpunkt/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/zu-wenig-erzieherinnen-in-kitas/?tx_rsmbstp

Um die Rahmenbedingungen für Familien zu optimieren, will Berlin schon im nächsten Jahr die Kosten für Eltern senken, in Zukunft sollen die Gebühren für eine Krippenbetreuung ab 2016 schrittweise ganz abgeschafft werden. Auch in diesem Zusammenhang äußern sich viele Kritiker: es wäre wichtiger zunächst die Qualität der Krippen und den Betreuungsschlüssel zu verbessern:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/beschluss-von-spd-und-cdu-berliner-krippen-werden-gebuehrenfrei/12630026.html

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2015%2F05%2F12%2Fa0130&cHash=3fdf33aea9cd12f7a54a1704eaf3bda4

 

Berliner Start-up-Eltern

Sebastiano erwähnt im Interview „die bitterarme freie Szene“, in der er nicht arbeiten möchte. Tatsächlich wird offiziell zwar immer über spektakuläre Verkäufe in der Start-up Branche berichtet, aber hinter den Kulissen sitzen qualifizierte Leute, die sehr weniger verdienen als andere Akademiker. Von Regelungen wie Elternzeit oder Teilzeit ganz zu schweigen….

http://www.welt.de/wirtschaft/article141980746/Hip-aber-arm-So-wenig-verdient-man-bei-Start-ups.html

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