Infobox – Ines & Dani

Ein Kinderwunsch ist ein Kinderwunsch ist ein Kinderwunsch…
Viele lesbische Paare reisen für eine künstliche Befruchtung ins Ausland, wo es sehr viel weniger gesetzliche, bürokratische oder finanzielle Hürden gibt als in Deutschland.
Dani und Ines haben sich für eine Samenspende und für eine Insemination in einem deutschen Reproduktionszentrum entschieden. Allerdings mussten sie dort nicht nur ihre Vermögensverhältnisse komplett offen legen, sondern sogar eine Bürgschaft der Eltern vorweisen.
Nur wenige Ärzte wollen lesbischen Paaren bei einer künstlichen Befruchtung helfen. Und selbst wenn sich ein Mediziner findet, kostet es doppelt so viel wie bei verheirateten Heteropaare:
http://www.taz.de/!5108598/

Ines und Dani haben sich bewusst für einen anderen Weg entschieden, weil sie als Elternpaar zu zweit bleiben wollten, aber es gibt eine Plattform, die Lesben und Schwule mit Kinderwunsch zusammenbringt:
https://www.familyship.org/
Die Initiative ILSE will Regenbogenfamilien unterstützen – sei es mit der Realisierung des Kinderwunsches oder mit klärenden Diskussionen über das Coming-out lesbisch-schwuler Eltern/Alleinerziehender:
http://www.ilse.lsvd.de/

Das Leid, das durch einen unerfüllten Kinderwunsch entsteht, ist groß und kann psychische Erkrankungen und eine Trennung zur Folge haben, unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Orientierung des Kinderlosen… muss man das wirklich erklären?
Bei Heterosexuellen zeigt das Finanzamt Verständnis: Die Kosten einer künstlichen Befruchtung können von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt nicht für homosexuelle Paare. Warum?
http://www.sueddeutsche.de/geld/urteil-lesbisch-kinderlos-selbst-schuld-1.2755882

Homosexuelle Paare und Adoption
Und so sieht es international aus: In 12 Ländern ist die Homoehe erlaubt. Nicht überall dürfen die Paare auch Kinder adoptieren. In Deutschland ist die Situation bei diesem Thema nachwievor widersprüchlich: leibliche Kinder des einen Partners dürfen vom anderen adoptiert werden, aber die Paare können kein fremdes Kind adoptieren. Eine klare Diskriminierung gegenüber Heteropaaren.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/interaktive-europa-grafik-wo-ist-die-homo-ehe-erlaubt-a-1035589.html

Die Kinder in Regenbogenfamilien
Wir würden das Thema gar nicht mehr aufgreifen, stoßen bei unseren Recherchen aber immer wieder auf seltsame Vorurteile – deshalb zur Klarstellung: eine Studie des Bundesjustizministeriums zur Entwicklung von Kindern in Regenbogenfamilien:
Nach den Ergebnissen der Untersuchung sind „Regenbogeneltern“ genauso gute Eltern wie andere an ihren Kindern interessierte Eltern. Die Persönlichkeitsentwicklung sowie die schulische und berufliche Entwicklung der betroffenen Kinder verlaufen ebenfalls positiv. Maßgeblicher Einflussfaktor ist laut der Untersuchung nicht das Geschlecht der Eltern, sondern bei allen Familienformen die Beziehungsqualität in der Familie bzw. eine gute Eltern-Kind-Beziehung.

Informationen des Lesben- und Schwulenverbandes zur Familiengründung:
https://www.lsvd.de/lebensformen/lsvd-familienseiten/studien-ueber-kinder-in-gleichgeschlechtlichen-lebensgemeinschaften.html

Für Männerpaare ist es weitaus schwieriger, ein eigenes Kind zu bekommen, zumal die Vermittlung einer Ersatzmutter in Deutschland nicht zulässig ist.
Infos der Bundeszentrale für politische Bildung zur rechtlichen Stellung der Paare:
http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/homosexualitaet/38860/eltern

 

Führungskräfte in Teilzeit
Ines schildert im Interview die Schwierigkeiten für sie als Führungskraft einen zeitweisen Ersatz zu finden. Es gibt zwar Konzepte und einige Arbeitszeitmodelle für Mitarbeiter und Führungskräfte in Teilzeit auf dem Papier. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie diese gelebt werden und ob diese einen „Karriereknick“ bedeuten können. Dani hat den Eindruck, dass Teilzeitarbeit in unserer Gesellschaft eher stiefmütterlich gesehen wird und nicht als Einklang für Familie und Job akzeptiert wird. Da beginnt oft die Zerreißprobe und der Rechtfertigungsdruck nach allen Seiten.
Führungskräfte in Teilzeit sind eine Minderheit, aber der Beweis, dass es geht, wenn beide – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – Einsatz und Flexibilität zeigen. Allerdings haben viele Befürchtungen, die Reduzierung der Arbeitszeit könnte ihrer Karriere schaden:
http://www.zeit.de/2013/36/manager-arbeitszeit-karriere
http://www.iwkoeln.de/infodienste/iwd/archiv/beitrag/teilzeit-30-stunden-chefs-130459

Bei der Telecom gibt es offensichtlich Bereiche, in denen es funktioniert – immer abhängig vom Vorbild des Leiters der jeweiligen Leiters der Abteilung. Drei Manager der Telecom berichten, wie sie es selbst und warum die Wünsche der Mitarbeiter häufig eine logistische Herausforderung sind:
http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/HB/20140730/-dienstags-habe-ich-immer-frei/604F7E40-8F6D-42B6-BFD2-7

Oft hängt es an der Durchsetzungskraft und dem Organisationstalent der Beschäftigten selbst, ob eine Lösung gefunden wird – wie im Beispiel zweier Oberärztinnen:
http://www.zeit.de/2015/17/jobsharing-uniklinik-heidelberg-oberaerztinnen

Die betriebsinternen Hürden sind für Männer in führenden oder verantwortungsvollen Positionen, die Elternzeit oder Teilzeit in Anspruch nehmen möchten, oft noch höher als für Frauen:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-137878471.html

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