Infobox: Aleksandra & Peter

Migration

Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Peter hat ganz ursprünglich einen ungarischen familiären Hintergrund und somit auch einen ungarischen Pass. Nur deshalb konnte er vergleichsweise einfach mit seiner Familie in das EU-Land Deutschland übersiedeln.

Grundsätzlich sie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse das größte Problem – so war es auch bei Alexandra und Peter, deren beider Ausbildung zur Lehrerin bzw. zum Erzieher noch nicht voll anerkannt wurden.

Staatliche Hilfen

Ein Ausbildungsberuf wie Peters wird in Deutschland oftmals so gering vergütet, dass es schwer ist, eine vierköpfige Familie davon zu ernähren. Ein Erzieher beispielsweise verdient im allerbesten Falle knapp 3000 Euro brutto. Doch davon ist Peter noch wie entfernt, denn er muss noch sein praktisches Jahr samt Abschlussprüfung beenden, bevor er voll anerkennt wird. Aber bald ist es soweit.

Als Alexandra und Peter nach Deutschland kamen um hier ihr Glück zu suchen, hatten sie buchstäblich nichts. Ohne staatliche finanzielle Hilfe wären sie untergegangen – obwohl Peter sehr schnell zumindest Arbeit gefunden hatte, wen  ich nicht in seinem Beruf. So erhielten sie in den ersten Monaten Wohngeld und Kinderzuschlag – eine Mitarbeiterin der örtlichen Behörde hatte sie darauf hingewiesen, dass sie als Geringverdiener dazu berechtigt sind. Von selbst wären Peter und Aleksandra nie darauf gekommen. In Serbien gibt es zwar Sozialhilfe, wenn man keine Arbeit hat; reicht aber der Verdienst für dieses oder jenes nicht, springen meist notgedrungen die Großeltern ein.

Inzwischen sind diese Leistung  für die Familie gestrichen, worauf diese sehr stolz ist, denn das bedeutet, dass sie als Eltern jetzt genug verdienen, um für ihre Kosten aufzukommen. Lediglich der Kindergartenzuschuss ist ihnen erhalten geblieben – sonst würde sich ihrer beider Arbeit kaum lohnen.

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag beträgt monatlich bis zu 140 Euro je Kind, ab dem 1. Juli 2016 wird er um einen Betrag von 20 Euro auf 160 Euro monatlich angehoben. Der Kinderzuschlag wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Hier ein Auszug aus den Bestimmungen des Bundesfamilienministeriums:

„Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Der Kinderzuschlag deckt zusammen mit dem Kindergeld in Höhe von monatlich 188 Euro (ab 2016: 190 Euro) den durchschnittlichen Bedarf von Kindern. Hinsichtlich des Wohnbedarfs ist das bei gegebener Einkommenshöhe zustehende Wohngeld zu berücksichtigen.

Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs ist der Kinderzuschlag in voller Höhe zu zahlen. Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnern, die in eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich grundsätzlich nach den für das ALG II maßgeblichen Bestimmungen.

Um einen Erwerbsanreiz zu bieten, wird Erwerbseinkommen der Eltern, das ihren eigenen Mindestbedarf überschreitet, im Ergebnis nur zu 50 Prozent angerechnet. Einkommen aus öffentlichen und privaten Transfers sowie Kapitaleinkünfte werden dagegen voll angerechnet, weil es insoweit eines Erwerbsanreizes nicht bedarf.

Kindeseinkommen ist immer als bedarfsmindernd in voller Höhe auf den Kinderzuschlag anzurechnen. Zum Kindeseinkommen zählen auch Unterhaltszahlungen und der dem Kind gezahlte Unterhaltsvorschuss.

Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung. Deshalb wird er folgerichtig im Bundeskindergeldgesetz verankert und von den Familienkassen ausgezahlt.

Weitere Details zum Kinderzuschlag und seiner Antragstellung finden sich im Serviceportal „Familien-Wegweiser“ des Bundesfamilienministeriums.“

Bildung und Teilhabe

Kinder aus Familien, die Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, haben das Recht auf Bildung- und Teilhabeleistungen dem allerdings ein recht kompliziertes Antragsverfahren vorausgeht. Das bedeutet, sie bekommen finanzielle Leistungen, die ihnen zum Beispiel eine Mitgliedschaft im Sportverein, Teilnahme an Schulausflügen, Klassenfahrten etc ermöglichen. Allerdings wird das Geld nie den Eltern überwiesen, sondern direkt an den Zahlungsempfänger, was zur Folge hat, dass die Familien sich offenbahren müssen, um alle Kontonummern einzuholen. Viele scheuen das, weswegen, das zur Verfügung Geld vergleichsweise selten abgerissen wird. Dennoch: immerhin 460.000 Kinder profitieren davon.

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