Hintergrund – Sabine & Christoph

Sabine und Christoph haben sich vor über zehn Jahren bei einer Studentenparty kennen gelernt. Sie stand in der Küche – und er hat sich „zufällig“ daneben gestellt. Seit dem haben die beiden sich nicht mehr aus den Augen verloren und waren knapp zwei Jahre später ein Paar.

Kinder waren sehr früh ein Thema. Beide kommen aus funktionierenden Familien, wie sie sagen, und hatten immer schon Lust darauf, selber eine zu gründen. Nur nicht wann. Geklappt hat es dann, wie beide heute lachend sagen, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Sabine hatte sich gerade als Online-Redakteurin selbstständig gemacht, Christoph hatte nach seinem IT-Studium und dem ersten Job das Gefühl, dass er in die falsche Richtung gelaufen ist und seine feste Stelle gekündigt.

Um sich klar zu werden, was er will, lief er vier Wochen lang den Jakobsweg. Sie war in der Zeit schon schwanger und fand es völlig okay, dass er sich erst einmal selber finden muss. Als Felix auf die Welt kam, wusste Christoph, was er wollte: er sattelte noch einmal um und begann eine Lehre als Tischler. Das war im Nachhinein die stressigste Zeit für beide. Er verdiente nicht viel, musste aber viel Zeit aufwenden und pendeln, sie stieg nach fünf Monaten wieder in ihren Beruf ein und musste auch noch Felix organisieren.

Im Moment sucht Christoph eine Stelle, sein Tischlerei-Betrieb konnte ihn auf Grund der Auftragslage nicht übernehmen. Sabine sorgt jetzt zum größten Teil für das Familieneinkommen. Ihm hat der Rollenwechsel am Anfang schon Schwierigkeiten bereitet, sie sieht vor allem das Positive daran: „Jetzt hat er einfach mehr Zeit für die Familie – das tut uns allen gut.“

Beide sind sich aber sicher, dass das kein Dauerzustand bleiben wird. Welchen Job Christoph dann bekommt und ob sie vielleicht sogar noch ein zweites Kind wollen, wissen sie noch nicht. Im Moment, so sagen beide, ist alles gut so wie es ist.

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