Hintergrund: Nadine und Mathias

Nadine und Mathias kennen sich eigentlich schon immer. Sie sind gleich alt, sind in die gleiche Schule in Sachsen gegangen und hatten den gleichen Freundeskreis. Auf der Klassenfahrt funkte es dann. „Seitdem haben wir uns so überlegt und ausgemalt, wie unser Leben aussehen könnte“, erzählt Nadine.

Irgendwann hatten sie ihn dann, den „Masterplan“ ihres Lebens. Gemeinsam haben sie Architektur studiert, sind zusammen in die Schweiz gegangen und haben ihren ersten Job im gleichen Büro angefangen. 2008 kam dann ihr erstes Kind. „Wir wussten beide schon Jahre vorher, dass er Matteo heißen sollte“, erinnert sich Nadine.

2011 kamen sie zurück nach Sachsen, bauten ihr eigenes Häuschen um und machten sich mit einem Bauplanungsbüro selbstständig. Auch das war so geplant. Dann kam das zweite Kind, Marie. Mathias lächelt: „Es ist wirklich unglaublich, aber bisher hat alles so funktioniert, wie wir uns das erträumt haben.“

Nur manchmal überkommt Nadine doch Angst. Denn abgesichert ist die Familie natürlich so gut wie gar nicht. Ein paar private Versicherungen laufen, aber als zum Beispiel Marie an einer Hirnhautentzündung erkrankte rotierten die Eltern.Bezahlte Krankheitstage gab es natürlich nicht für Nadine und Mathias. Und die Kunden wollten Ergebnisse.

Eigentlich sei es ideal, als Selbstständige Familie und Beruf zu vereinbaren, sagen beide. „Du kannst viel flexibler mit Deiner Zeit umgehen, das ist schon toll. Aber das Risiko trägst du natürlich auch ganz allein“, sagt Mathias. Und den Druck, funktionieren zu müssen, musst du auch allein aushalten.

Nadine vergleicht ihr Leben mit einem fragilen Kartenhaus: „So lange alles funktioniert, ist es super. Aber wenn eine Karte ins Rutschen gerät, kann leicht das ganze Haus zusammen brechen.“ Mathias träumt deshalb vom bedingungslosen Grundeinkommen: „Das würde jedem ermögliche, das zu machen, was er machen möchte. Und eben Eltern auch zu Hause zu bleiben, wenn sie sich um ihre Kinder mehr kümmern möchten. Das wäre eine enorme Freiheit“. Er glaubt nicht, dass dann alle aufhören würden, zu arbeiten: „Es würden dann nur alle das machen, was sie wirklich machen möchten. Das wäre doch wunderbar.“

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