Hi Oma, allet frisch?

Sonntag Abend in der U Bahn: ein Punk, rechts und links die Haare rasiert, darüber ein Pferdeschwanz ungewaschner Haare. Ohrringe sowieso, schwarze Lederjacke,  zerfetzte Jeans, „Kiss my Ass“-Sweater.

Klingelt sein Handy.

„Mama! Wie geht’s? Mir jet’s jut. Ne allet klar. Ick bin aufm Weg zum Eishockey. Ne, Termin beim Arbeitsamt ist Mittwoch, deswegen fahr’n wir erst morgen. Ne, vergess ich nicht.

Hm.Hm. Wie geht’s zu Hause – mit Papa? Lass Dir nicht die Butter vom Brot nehmen, wa?

Hm.Hm. Ne Termin vergess ich nicht. Wie? Wat – Oma is auch da?“

Die ersten Umliegenden beginnen von ihren Handys aufzugucken.

„Na Oma, allet frisch? Wie geht’s? Ne, ich bin auf dem Weg zum Eishockey. Wieso spät? Is eben Eishockey, wa? Und Du? Allet frisch? Wat machste mit Mama? Wat macht Ihr denn Ihr zwei?

Ne! Echt Jetzt? Die is auch da oder wat? Und dann ruft ihr hier an, wa?Ja, ja na jut, gib ma.“

Die Fahrgäste werfen sich inzwischen Blicke zu und müssen schon ein Lächeln unterdrücken.

„Hi Schwesterherz. Wat macht ihr da? Weiberabend oder wat? Wie geht’s? Mir geht es gut, ich bin auf dem Weg zum Eishockey. Und wat macht die Kleene? Jut, Klingt  jut.

Jahaaa! Sag Ihr ich vergesse den Termin nicht! So, ich muss Schluss machen. Die Bahn ist da“

Die Bahn ist zwar überhaupt nicht da aber ich denke: Manchmal ist Punk werden die einzige Chance….

 

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