Halloween – find ich doof

Ganz ehrlich – Halloween sagt mir nichts. Gar nichts. Die beleuchteten Kürbis-Gesichter, die seit Wochen in den Geschäften, auf den Fensterbänken und in den Hauseingängen stehen und so finster und bedrohlich wie möglich wirken sollen, finde ich total hässlich.

Und die Hexen und Vampire, die heute Abend vor meiner Tür stehen werden und gerade mal ein: „Süßes sonst Saures“ nuscheln, bevor sie ihre Plastiktüten aufreißen, um so viele Süßigkeiten wie möglich hineinzustopfen, finde ich weder niedlich, noch rührend, noch lustig. Ich finde sie einfach nur doof.

Wahrscheinlich bin ich zu nostalgisch. Ich bin zu altmodisch für diesen amerikanischen Grusel-Abend, an dem schaurige Gestalten durch die Dunkelheit huschen, von ihren Nachbarn Süßigkeiten erpressen und danach auf einer Halloween-Party blutroten Saft und Augäpfel-Kekse essen. Aber ich kann nicht anders.

Mein Herz hängt an den Kindern mit ihren selbstgebastelten Laternen, die im herbstlichen Nieselregen hinter einem Feuerwehr-Spielmannszug und einem Mann auf einem Pferd durch die Straßen ziehen und danach mit ihrer schon ziemlich lädierten Laterne vor meiner Tür stehen und lauf und schief „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ singen. Halloween dagegen ist für mich einfach nur ein Horror-Hollywood-Heidi Klum-Kitsch-Kram.

Für meine Kinder übrigens nicht. Die finden meine Verweigerungshaltung ätzend und werden gleich nach einem improvisiertes Grusel-Kostüm verlangen, um mit ihren Freunden los zu ziehen. Auf meine Frage: „Und, was singt oder sagt ihr zu den Leuten?“ Kam nur: „Na nix, die sollen so viel Angst vor uns haben, dass sie uns sofort was in die Tüte stecken, damit wir ihnen nichts tun.“ Hilfe – wo sind noch mal die alten Laternen aus dem Kindergarten ….

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