Drehbericht – Katja

Katjas Lachen kennen alle, die in dem kleinen Ort in Schleswig-Holstein leben. Sie sitzt im örtlichen Supermarkt an der Kasse. Und hat für Jede und Jeden ein nettes Lächeln und ein gutes Wort. Noch nie hat man sie schlecht gelaunt oder einsilbig erlebt.

Auch ich habe regelmäßig meine Einkäufe bei ihr bezahlt und mich jedes Mal gefreut, wenn ich ihr Lachen schon von weitem gehört habe. Da wir Nachbarinnen sind und unsere Söhne gemeinsam zum Judo gingen, haben wir uns meist noch schnell ausgetauscht, wer diese Woche die Kinder hin und wer sie zurück fährt. Sie war immer für alles offen und hat sich gefreut, wenn die Kinder davor noch zu ihr zum Spielen kommen wollten.

Irgendwann saßen wir mal bei einer Tasse Kaffee zusammen und sie erzählte mir ihre ganze Geschichte. Die Geschichte ihre gescheiterten Ehen, ihre Erkrankung, ihre Angst, ihre Kinder nicht aufwachsen zu sehen. Und im Laufe des Nachmittags wurde ich immer stiller. Worüber habe ich mir eigentlich Gedanken gemacht in meinem Leben? Worüber habe ich mich aufgeregt, was war mir wichtig? Fast ein bisschen beschämt habe ich auf mein eigenes Leben geblickt und begriffen, wie viel Glück ich bisher gehabt habe.

Ihre Tapferkeit, ihr Optimismus und ihre Fröhlichkeit, die sie trotz aller Schicksalsschläge behalten hat haben mich so beeindruckt, dass ich sie gefragt habe, ob sie ihre Geschichte nicht bei Family Unplugged erzählen möchte. Sie hat sich Bedenkzeit erbeten und lange mit ihren Kindern und ihren Eltern gesprochen. Aber dann hat sie ja gesagt. „Es gibt doch so viele, deren Leben anders verlaufen ist, als sie erhofft haben. Denen möchte ich Mut machen – man kann alles schaffen, man darf nur nicht aufgeben“, war ihre Begründung. Eine tolle Frau!

 

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