Drehbericht Agnes & David

Wer das Haus von David und Agnes betritt, dem schießt unweigerlich durch den Kopf: Es gibt sie also doch noch, die heile, funktionierende Familie.

Dabei geht es hier wie bei allen Familien zu: Das Kleinkind hat Tobsuchtsanfälle, es wird laut gestritten, beim Abendbrot kann man sein eigenes Wort nicht verstehen und beide, Agnes und David müssen sich nicht selten auf die Lippe beißen, weil sie unterschiedlicher Meinung sind. Genau wie bei anderen Paaren würde Agnes gern alles ausdiskutieren, während David die Dinge lieber aussitzt. Genau wie bei anderen stand auch den Beiden während der Wirtschaftskrise das Wasser bis zum Hals. Genau wie bei anderen, kommen deren Kinder auch mal auf Abwege und – genau wie bei anderen – entwickeln sich ihre reizenden Kleinkinder irgendwann zu nervigen „Pupertieren“.

Der einzige Unterschied: Sie können drüber lachen. Wo andere sich vielleicht verbeißen würden, behalten sie liebevoll, aber bestimmt die Zügel in der Hand und nehmen gleichzeitig die Dinge wie sie sind.

 

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Sie fügen sich in eine Rolle, die sie sich selbst ausgesucht haben. Das klingt selbstverständlich. Aber ehrlich gesagt – wir alle kennen doch viele Menschen, bei denen das nicht so ist: Sie haben zwar Kinder, finden aber trotzdem schwer in ihre Rolle als Eltern – zumal mit all den Einschränkungen, die dazu gehören.

Vielleicht sind David und Agnes so, weil sie sieben Kinder haben, alles schon gesehen haben und deshalb einfach cooler geworden sind.

Vielleicht ist es aber auch andersrum und sie haben sieben Kinder, weil sie immer schon die Dinge genommen haben, wie sie kamen. Weil sie wussten, dass alles seinen Preis hat – auch das Glück, eine Großfamilie zu haben.

Uns Macher hat das schwer beeindruckt und ganz warm angerührt.

Agnes ist eine Frau, die in Zeiten des Individualismus, der allgegenwärtigen Selbstverwirklichung und überall diskutierten Emanzipation immer noch offen und überzeugt sagt: Kinder brauchen ein Nest und deshalb steh ich morgens um fünf auf, um meinem 16jährigen Brote für die Arbeit zu schmieren.

Und wenn man diese sieben Kinder sieht – bzw. fünf denn zwei waren ja beim Dreh nicht dabei -, wenn man sieht wie sie miteinander umgehen, wie diese Eltern mit ihren Kindern und miteinander sprechen –  dann kann da nur viel Wahres dran sein.

Und dabei stehen die beiden mitten im Leben, wissen wie die Wurst gewachsen ist und haben eine klare Meinung zu familienpolitischen Themen. Es lohnt sich also reinzuschauen.

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