Der ganze Kleinscheiß

Ja, sorry, ich kann es nicht anders nennen, aber der Kleinscheiß ist es doch, der das Fass zum Überlaufen bringt!?

Ich war heute anderthalb Stunden unterwegs. Mitten am Tag. Wann auch sonst, denn nachts haben die Läden ja zu. Außer Amazon, aber man soll ja regional ….Ihr wisst schon.

Gut, also: Es ging los mit einem ganz klitzekleinen Satz: „Ach Mami, ich hab ganz vergessen, zu sagen, dass wir morgen noch einen Feinmarker für Kunst brauchen.“

Ich, leichtsinnig: „Klar, kein Problem.“

Als ich losfahre, macht es dann plötzlich PLING …und die Tankanzeige spricht zu mir – übersetzt – folgende Worte: GLEICH BLEIBT DEIN AUTO STEHEN. Ich also an die Tanke, klar, um zu tanken. Kein Problem, denke ich und lächle gen Rückbank, wo die Kinder sich gerade Kaugummi in die Haare schmieren, aber gut drauf sind.

An der Tanke ist dann aber das EC-Karten-Lesegerät kaputt. Die Bank, die mir nicht 5 Euro fürs Geld abheben abknüpft, ist aber einen knappen Kilometer weg. Ich also zu Fuß hin, weil: wegfahren wäre ja strafbar. Lange Rede kurzer Sinn, wieder zurück gelatscht, bezahlt. Die Kinder inzwischen schon ETWAS gereizt.

In die Stadt gefahren. Und, tja: ein Parkscheinautomat nimmt natürlich keine 50 Euro Scheine, die der Automat zuvor ausgepuckt hat. Den nächsten Laden ansteuern, Geld wechseln (und genervte Blicke mit der Verkäuferin).

Dann also endlich in das Kaufhaus und den Stift gekauft. Gefühlt wie ein König – und schwupp, anderthalb Stunden sind rum.

Ich fasse zusammen: Ich habe einen Stift gekauft. Mein Tagwerk heute nachmittag. Wow! Aber so ist das mit Kindern, irgendwas ist immer, immer ist alles anders.

Und alles braucht Zeit. Das ist nur eine Episode von tausenden, die ich mit drei Kindern erzählen könnte. Und da ist der tägliche Rest (Wäsche bla bla) noch gar nicht mitgezählt.

Ganz ehrlich: Ich brauche keine 24 Stunden Kita 7 Tage die Woche. Ich brauche in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ein Grundverständnis dafür, dass ‚Familie haben‘ einfach eine gewisse Zeit erfordert, dass man nicht alles an Tagesmütter, Kitas, Krippen, Kinderfrauen oder die „Notfallmamas“ delegieren kann.

Denn eins ist mal klar: die allermeisten Menschen haben diese Zeit einfach nicht mehr, weil sie mehrere Jobs brauchen, um über die Runden zu kommen oder einen, bei dem sich die Arbeit so verdichtet hat, dass sie zu nix mehr kommen – oder eine Teilzeitstelle, die in Wahrheit eine Vollzeitstelle ist („Wie, Du gehst schon?!)“.

Wenn allen in Fleisch und Blut übergehen würde, dass Kinder Zeit brauchen, dann wäre Familien schon geholfen – das mit dem Tanken und Einkaufen kriegen wir dann selber hin, keine Sorge.

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