Damit das mal klar ist

Wir haben ja nun gerade diese Umfrage online gestellt. Wir haben versucht, Fragen zu kreieren, die alle Familienformen bedenken. Wir haben versucht, die „richtigen Fragen“ zu stellen und möglichst gute, realitätsnahe Antwortmöglichkeiten anzubieten. Und trotzdem haben wir natürlich Dinge vergessen und übersehen und nicht bedacht. Wir sind froh, dass Ihr uns darauf aufmerksam gemacht habt und haben gern nachgebessert!

Und trotzdem ist uns bei Euren Mails und Posts eines aufgefallen: Wir sind alle unglaublich empfindlich geworden. So schnell fühlen wir uns auf den Schlips getreten, weil wir das Gefühl haben, nicht richtig gesehen oder für voll genommen zu werden!

Insbesondere den Alleinerziehenden scheint das so zu gehen. Ganz offenbar haben sie das Gefühl, nicht nur von der Politik, sondern auch von der Gesellschaft als Familienform nicht ernst genommen zu werden. Das ist natürlich besonders dann schmerzhaft, wenn man dieses Lebensmodell gar nicht gewählt hat, sondern hineingeraten ist; wenn man kämpft und kämpft, dass es den Kindern und einem selbst trotzdem irgendwie gut geht und trotzdem keine Anerkennung findet.

Mir scheint, Alleinerziehende denken, dass sie neben dem „Heile-Welt -Modell“  Vater-Mutter-Kind immer den Kürzeren ziehen werden was das Image betrifft – von dem Armutsrisiko und den Steuernachteilen einmal ganz abgesehen.

Dem ist wohl so, aber wir glauben, das Problem ist weitaus größer: Auch das Image der „heilen Familie“ ist nämlich ziemlich ramponiert. Wer sich vielleicht noch gern oder gar Vollzeit um die Kinder kümmert, gilt schnell als dümmlich, naiv oder ewig-gestrig.

Kindererziehung und Fürsorge als solche werden heute als eine Art privates Hobby betrachtet, das man nach Feierabend auf einer Arschbacke absitzt. Wir alle wissen, dass das nicht so ist. Das gilt für getrennt lebende Eltern, Singles mit Kind, verheiratete Eltern, unverheiratete Eltern, Studenten/Innen mit Kind  – wie auch immer sie genannt werden oder genannt werden wollen.

 

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Lasst Euch nicht zu sehr von Labeln wie  ‚alleinerziehend‘ oder ‚verheiratet‘ in kleine Grüppchen zersplittern, seid selbstbewusst in Eurer Lebensform –  und macht Euch klar: Wir alle wollen unsere Kinder möglichst unbeschadet groß kriegen und dabei auch selbst mal wieder Land sehen.

Deshalb gibt es Family Unplugged – damit das mal klar ist. Wir wollen zeigen, wie vielfältig Familie in Deutschland gelebt wird. Und wir wollen zeigen, dass sich dennoch die Probleme gleichen, mit denen alle, die Kinder großziehen, zu kämpfen haben: von A wie Armutsrisiko über B wie Burnout bis Z wie Zeitdruck. Und wir wollen , dass diese Bedingungen für uns alle verbessert werden.

Wir wollen, dass aus uns allen – egal wie wir leben und genannt werden – eine vielstimmige, aber geeinte Lobby wird, die für ihre Rechte und die ihrer Kinder kämpft.

Also Bauch rein, Brust raus – Stolz voran!

Eurer Family Unpluged Team

 

Und hier geht es zur Umfrage falls Ihr noch nicht mitgemacht habt: http://family-unplugged.de/umfrage/

 

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